Die Wirtschaftskrise hat das Jahr 2009 deutlich gezeichnet und auch ENGEL im Geschäftsjahr 2010 massiv getroffen. Durch gezielte Maßnahmen konnte jedoch die größte Wucht erfolgreich abgefedert werden. Neue Produkte und Dienstleistungen, Finanzierungskonzepte und Investitionsunterstützung für die Kunden sowie innovative Vertriebsaktivitäten und -strategien sorgen bei ENGEL schon jetzt für einen Aufschwung, der im neuen Geschäftsjahr zu einem Wachstum von über 35 Prozent führen wird.
ENGEL plant für das Geschäftsjahr 2010/11 ein starkes Wachstum von 35 Prozent weltweit. Nachdem die ENGEL-Marktanteile in den Kontinenten auf historische Höchststände gewachsen sind, stabilisiert sich nun auch der Auftragseingang auf ein höheres Niveau. Die Fertigungsstandorte in Korea und China sind schon jetzt voll ausgelastet. Die Auslastung der österreichischen Standorte entwickelt sich ebenso positiv, überwiegend durch die Wiederbelebung des europäischen Marktes und durch die Markteinführung neuer attraktiver Produkte wie beispielsweise die ENGEL duo pico und die e-max Maschinenreihen und die ENGEL viper Roboterreihe.
Vom Boom zur Krise
In Zeiten wirtschaftlicher Instabilität ist die Investitionsbereitschaft für Investitionsgüter sehr gering. Die Auslastung des bestehenden Maschinenparks der Verarbeiter war im vergangenen Jahr nicht gewährleistet und damit die Anschaffung von neuen Maschinen verschoben oder gestrichen. In der Nachfrage nach Spritzgießmaschinen ist die Krise besonders spürbar gewesen und hat diesen Industriezweig massiv getroffen. Auch das ENGEL Geschäftsjahr war geprägt von einem deutlichen Einbruch in der Nachfrage nach Spritzgießmaschinen.Dies stark rezessive Entwicklung begann in einigen osteuropäischen Ländern im Frühjahr 2008 und hält noch immer in einigen Ländern wie z.B. in Skandinavien an. Die ersten Anzeichen der Krise wurden in Polen im Mai 2008 festgestellt. Ende das Jahres brachen dann eine Vielzahl der regionalen Volkswirtschaften ein. Mittlerweile haben sich manche regionale Volkswirtschaften wieder gefangen (wie z.B. Russland, Polen, Österreich). Es gab nur wenige Märkte (wie z.B. Brasilien), an denen die Wirtschaftskrise und die Auswirkungen auf die Spritzgießmaschinennachfrage nahezu ohne Einfluss blieben.
Seit Oktober gibt es deutliche Signale zur Wiederbelebung der gesamtwirtschaftlichen Situation. Die Stabilisierung ist jedoch nach wie vor als unsicher einzuschätzen.
Die Situation in den Märkten
Insgesamt ist der Spritzgießmaschinenmarkt in Europa von 2008 auf 2009 um knapp 50 Prozent eingebrochen. Von diesem rückläufigen Trend waren insbesondere Standardmaschinen und die Marktsegmente Automotive und Technical Moulding betroffen. Während das Standardmaschinensegment um ca. 70 Prozent einbrach, sank die Nachfrage nach Spritzgießmaschinen im Marktsegment Automotive um ca. zwei Drittel und im technischen Spritzguss um etwa die Hälfte. Die Marktsegmente Medizintechnik und Verpackung waren von der Krise weniger betroffen: Die Nachfrage nach Spritzgießmaschinen sank hier um etwa ein Drittel.
Das ENGEL Maßnahmenpaket
Dem schwachen Niveau im Auftragseingang hat ENGEL mit zahlreichen vertrieblichen und produktpolitischen Maßnahmen erfolgreich entgegengewirkt. Neben Kurzarbeit (April bis November 2009), Aussetzungsverträgen und Bildungskarenzen waren es vor allem die Verstärkung der weltweiten Vertriebsaktivitäten, sowie zahlreiche innovative Lösungen im Produktbereich und im Bereich der Systemanbieterschaft, die die Auswirkungen der Krise deutlich minimierten.
Innovative Lösungen für die Zukunft
ENGEL hat in den vergangenen Jahren voll auf das Thema Energieeffizienz gesetzt und damit Möglichkeiten geschaffen, auch den Erfolg und die Wettbewerbsfähigkeit seiner Kunden deutlich zu stärken. Mit zahlreichen Konzepten und Lösungen hinsichtlich Energieeinsparung und effizienter Produktion können derzeit für nahezu alle Anwendungen die vergleichsweise besten Wirkungsgrade erzielt werden. ENGEL ist damit Energiesparer Nummer 1 am Markt. Darüber hinaus hat ENGEL drei innovative Konzepte entwickelt, die den Kunden trotz schlechter Marktlage erleichtern sollten zu investieren. Neben dem Angebot weltweiter Leasingmodelle und der Finanzierung über ENGEL als Hausbank wurde eine Verschrottungsprämie eingeführt, die bis zu ihrem Ablauf im Dezember 2009 fast 200 zufriedene Kunden nutzten. Zudem wurden zahlreiche neue Produkte und produktive Lösungen entwickelt und im Markt eingeführt. Dabei hat ENGEL neben der Auflage der Sonderserie der Holmlosmaschinen ENGEL victory spex insbesondere durch die ENGEL duo pico Serie sowie die neue Linearroboterserie ENGEL viper klare Akzente gesetzt. Daneben konnten verstärkte Vertriebsaktivitäten wie das ENGEL Symposium, die ENGEL Automotive-Konferenz trend.scAUT, die ENGEL Medical Days med.con oder die ENGEL Road Show iQ.tour 2010 wesentlich zum Erfolg der vergangenen Monate beitragen. Denn die Nähe zum Kunden und seine spezifischen Marktanforderungen zu kennen, ist die Basis für langfristigen Erfolg – auch in Krisenzeiten. An die 1.000 Besucher nahmen an der im Frühjahr 2010 durchgeführten IQ-Tour in zehn europäischen Märkten teil. Den Besuchern wurde gezeigt, wie mit Qualität produziert und sinnvoll Energie gespart werden kann, damit diese kostensparender, produktiver und erfolgreicher wie Ihr Mitbewerb produzieren können. Strategische Vertriebspartnerschaften wie mit Mitsubishi Heavy Industries im Bereich der Mehrkomponenten-Großmaschinen ENGEL duo combi in Japan erleichtern es zudem, neue Märkte zu erschließen und noch konkreter auf die Kundenbedürfnisse einzugehen.
Durch den Bereich Mould Engineering wird zudem mit starken Partnern aus dem Werkzeugbau die Systemkompetenz vor allem in den strategischen Zielbranchen Medical und Packaging ausgebaut. Mit fachspezifischer Beratung durch die branchenbezogenen Business Units und einer eigenen Werkzeugprojektierung werden Kunden umfassend beraten und in der Umsetzung ihrer Vorhaben bestmöglich und kompetent unterstützt. Basierend auf der Einführung der ENGEL viper Roboterserie sowie durch den klaren Fokus auf Sonderautomatisierungslösungen konnte auch im Bereich der Automatisierung die Kompetenz in der Systemanbieterschaft kräftig gestärkt werden.
„Man sieht: Wer wie ENGEL seine Hausaufgaben macht, das heißt, sein Unternehmen gut aufstellt, zielgerichtete Maßnahmen entwickelt und die Systemanbieterschaft stärkt, kann eine Krise ohne existenzielle Not überstehen. Man kann auch sagen: Wer den Kunden versteht und entsprechend agiert, der kommt auch durch eine Krise“, so Christian Pum, CSO ENGEL Holding.